Ferrari 812: Zahlen, Daten, Fakten und Tests
Der Ferrari 812 steht in seiner GTS-Ausprägung für eine heute seltene Idee: frei saugender 6,5-Liter-V12, 800 cv, 718 Nm, 8.900/min Maximaldrehzahl und offene Spider-Karosserie, ohne das Grundrezept des frontmotorigen Ferrari-Gran-Turismo zu verlassen.[1][2][3] Genau deshalb ist der 812 weniger bloß schnell als vielmehr eine fahrdynamische Grundsatzentscheidung.
Ferrari 812: aktueller Stand der Baureihe
Der 812 GTS blieb im Modelljahr 2024 technisch unverändert und war laut Car and Driver die einzige reguläre 812-Version im Angebot. Ferrari selbst führte den 812 GTS Anfang 2025 in der FY-2024-Präsentation als „phased out“, während der 12Cilindri bereits 2024 als neuer frontmotoriger V12-Nachfolger vorgestellt wurde.[5][9][10]
| Jahr | Einordnung |
|---|---|
| 2017 | Start der 812-Baureihe mit dem 812 Superfast: 6.496 cm³, 800 cv, 718 Nm und Werksangabe von mehr als 340 km/h Spitze.[3] |
| 2019 | Vorstellung des 812 GTS als Spider-Version mit praktisch identischer Performance und Rückkehr des offenen Ferrari-V12 in die Großserie.[2][7] |
| 2021 | Mit Competizione und Competizione A wird die Baureihe in eine noch extremer ausgerichtete Special Series erweitert; der GTS bleibt die offenere GT-Lesart des 812.[5] |
| 2024 | Im Modelljahr 2024 gibt es laut Car and Driver keine technischen Änderungen mehr; der 812 GTS steht als alleinige 812-Variante im Programm.[5] |
| 2025 | Ferrari führt den 812 GTS in der FY-2024-Ergebnispräsentation als ausgelaufen; der 12Cilindri übernimmt den Platz des frontmotorigen V12-Flaggschiffs.[9][10] |
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Wichtig für die Einordnung: Der 812 erhielt keinen klassischen Facelift-Zyklus mit neuer Optik und neuen Leistungsstufen, sondern lief als ausgereifte Baureihe aus und wurde über einen echten Nachfolger abgelöst.[5][9][10]
Technik, Charakter und Fahreindruck des Ferrari 812
Wer den Ferrari 812 nur als Zahlenpaket liest, unterschätzt seine eigentliche Stärke. Die 812-Familie bündelt Ferraris späte Perfektion des klassischen Frontmotor-V12-Rezepts: langes Vorderwagenformat, Heckantrieb, Doppelkupplungsgetriebe und ein Motor, der seine Faszination nicht aus Ladedruck oder elektrischer Zusatzleistung zieht, sondern aus linearem Ansprechverhalten, Drehzahl und akustischer Präsenz.[1][3][4]
Gerade als GTS wird dieser Charakter greifbar. Ferrari bezeichnete den offenen Ableger ausdrücklich als Spider-Version des 812 Superfast, die dessen Spezifikationen und Performance übernimmt. Das ist der entscheidende Punkt: Der 812 GTS soll kein weichgespültes Schönwetter-Cabrio sein, sondern ein offener 812 mit fast unverändertem Grundcharakter.[2]
Für DRIVAR-Leser ist das besonders spannend, weil der 812 gleich mehrere Perspektiven bedient: Wer gezielt nach Ferrari Modellen bei DRIVAR sucht, ein kompromissloses Cabrio-Erlebnis will oder generell verstehen möchte, wie sich ein moderner Supersportwagen jenseits bloßer Beschleunigungswerte anfühlt, landet fast zwangsläufig bei diesem Auto.[6][7]
Der 812 GTS ist nicht einfach ein offener Ferrari mit viel Leistung, sondern ein Hochdrehzahl-GT, der offene Freiheit mit extremer Endleistung verbindet. Dass Redaktionen ihn als „two cars in one“ oder als gleichzeitig frenetisch und zugänglich beschreiben, passt exakt zu dieser technischen Grundidee.[6][7]
Von Superfast zu GTS und 12Cilindri: die Historie
Die 812-Geschichte beginnt 2017 mit dem 812 Superfast. Ferrari stellte damals ein frontmotoriges V12-Coupé vor, das mit 800 cv bei 8.500/min, 718 Nm und mehr als 340 km/h Spitze die Messlatte für straßenzugelassene Ferrari-V12 sehr hoch legte.[3]
2017: Der Superfast definiert die Basis
Schon der 812 Superfast machte klar, worauf Ferrari hinauswill: maximale Leistung aus einem frei saugenden 6,5-Liter-V12, kombiniert mit GT-Proportionen statt Mittelmotor-Layout. Genau diese Grundarchitektur ist das Fundament, auf dem später der GTS aufbaut.[3][4]
2019: Der 812 GTS bringt das offene Format zurück
Mit dem 812 GTS kehrte Ferrari zum offenen, frontmotorigen Serien-V12 zurück. Top Gear bezeichnete ihn bei Marktstart als ersten vollwertigen Serien-V12-Roadster der Marke seit fünf Jahrzehnten; Ferrari selbst betonte, dass Leistung und Höchstgeschwindigkeit praktisch auf Superfast-Niveau bleiben.[2][7]
2021: Competizione als Schärfung der Baureihe
Die Competizione-Modelle schoben die 812-Idee in Richtung Special Series und noch stärkerer Rennstreckenorientierung. Für die meisten Fahrer bleibt aber gerade deshalb der GTS die spannendere Ausprägung: weniger Extremismus, mehr Offenheit, mehr GT-Format, ohne den V12-Kern zu verlieren.[5]
2024/2025: Auslaufen und Nachfolge
2024 war der 812 GTS laut Car and Driver die einzige verbleibende 812-Variante. Anfang 2025 taucht er in Ferraris Geschäftspräsentation unter den „phased out“-Modellen auf. Gleichzeitig zeigt der 12Cilindri, wohin Ferrari den frontmotorigen V12 weiterentwickelt: neues Aluminium-Chassis, 20 Millimeter kürzerer Radstand gegenüber dem 812 Superfast und nochmals höhere Systemleistung.[5][9][10]
Warum die 812-Baureihe bis heute Referenzcharakter hat
1. Der Motor bleibt der Mittelpunkt
Der technische Kern des 812 ist der V12 selbst: 6.496 cm³ Hubraum, 800 cv bei 8.500/min, 718 Nm bei 7.000/min und eine Maximaldrehzahl von 8.900/min. Entscheidend ist nicht nur die Spitzenzahl, sondern die Art, wie diese Leistung entsteht. Top Gear hebt genau diese Bereitschaft zum Ausdrehen und die daraus entstehende Dramatik hervor; Ferrari verweist auf die praktisch superfast-identische Beschleunigung des GTS. Das Ergebnis ist ein Antrieb, der sich anders anfühlt als moderne Turbo- oder Hybrid-Konkurrenten: weniger Punch-Effekt, mehr Progression, mehr Präzision über das Pedal.[1][2][3][8]
2. Offenes Fahren ohne echten Leistungsknick
Beim GTS ist das Dach kein Lifestyle-Anhängsel, sondern Teil des Konzepts. Ferrari kommunizierte die Spider-Version explizit mit derselben Höchstgeschwindigkeit wie die Berlinetta, und Top Gear nannte das elektrisch versenkbare Hardtop mit 14 Sekunden Öffnungszeit bis 45 km/h als zentralen Teil des Erlebnisses. Das ist deshalb relevant, weil offene Hochleistungsautos oft entweder schwerer, weicher oder weniger fokussiert wirken. Beim 812 GTS bleibt die Performance dagegen im Zentrum.[2][11]
Zahlen, Daten und Einordnung
Technische Eckdaten des Ferrari 812 GTS
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Baureihe | Ferrari 812 GTS, offene Version der 812-Familie[2] |
| Motor | 6.496 cm³ V12-Saugmotor[3] |
| Leistung | 588 kW / 800 cv bei 8.500/min[1][3] |
| Drehmoment | 718 Nm bei 7.000/min[1][3] |
| Antrieb | Heckantrieb[5] |
| Getriebe | 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe[5] |
| 0–100 km/h | 2,9 Sekunden[1][2] |
| Höchstgeschwindigkeit | 340 km/h[1][2] |
| Maximaldrehzahl | 8.900/min[1] |
| Dachmechanismus | Elektrisches Hardtop, Öffnen/Schließen in 14 Sekunden bis 45 km/h[11] |
| Radstand | 2.720 mm[5] |
| Länge × Breite × Höhe | ca. 4.694 × 1.971 × 1.275 mm[5] |
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Ferrari nennt die Kernwerte zu Motor, Leistung, Drehmoment, Drehzahl und Vmax offiziell; Maße, Layout und Getriebe sind in den großen Road-Tests konsistent dokumentiert.[1][5]
Einordnung innerhalb der Baureihe
| Modell | Rolle | Einordnung |
|---|---|---|
| 812 Superfast | Ausgangspunkt der Baureihe[3] | 2017 vorgestellte Berlinetta mit 800 cv und mehr als 340 km/h als Basis für alle späteren 812-Ableger.[3][4] |
| 812 GTS | Offene GT-Version[2] | Spider-Ableger mit nahezu identischer Performance, Hardtop und stärkerem Erlebnisfokus auf Sound und Offenfahren.[2][11] |
| 812 Competizione / A | Special Series[5] | Deutlich schärfer ausgelegte Baureihen-Spitze; 2023 aus dem regulären Line-up verschwunden, der GTS blieb 2024 allein übrig.[5] |
| 12Cilindri | Nachfolger[10] | 2024 vorgestelltes neues frontmotoriges V12-Modell mit neuem Chassis und 20 mm kürzerem Radstand gegenüber dem 812 Superfast.[10] |
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Wie Tests den Ferrari 812 einordnen
Ferrari: offener 812, nicht weichgespültes Cabrio
Ferrari selbst positionierte den 812 GTS nie als separate Komfort-Version, sondern als Spider-Interpretation des Superfast mit derselben Leistung und derselben Höchstgeschwindigkeit. Genau daraus ergibt sich die Charakterlinie des Autos: Dach auf oder Dach ab, der technische Kern bleibt unangetastet.[2]
Car and Driver: brutal schnell und gleichzeitig erstaunlich zivil
Car and Driver beschreibt den 812 GTS als Auto mit zwei Gesichtern. Einerseits steht da ein fast zwei Tonnen schwerer Front-V12 mit massiver Beschleunigung und einer offiziell auf 211 mph bezifferten Endgeschwindigkeit; andererseits attestiert die Redaktion dem Wagen überraschend gute Manieren für Stadt, Boulevard und Langstrecke. Genau deshalb passt die Formulierung „two cars in one“ so gut.[5][6]
Top Gear: frenetisch, sinnlich, aber zugänglich
Top Gear lobt vor allem die Mischung aus sensorischer Wucht und Fahrbarkeit. Entscheidend sei nicht nur, dass der V12 bis 8.900/min hochzieht, sondern dass sich der 812 GTS trotz seiner Größe ansprechbar und sogar erstaunlich freundlich fahren lasse. Kritik gibt es eher an Nebensachen wie Verbrauch oder Parktauglichkeit, nicht am fahrdynamischen Kern.[7][8]
Alltag, Cockpit und Ergonomie
Das Cockpit des 812 GTS ist streng fahrerzentriert. Top Gear beschreibt den Innenraum als typisch modernen Ferrari: viele Funktionen, viele Lenkrad-Bedienelemente, zunächst komplex, nach kurzer Eingewöhnung aber schlüssig. Das passt zur Rolle des Autos: weniger Lounge, mehr fahrerischer Fokus, aber nicht ohne GT-Komfortanspruch.[8]
Im Alltag heißt das: Der 812 ist breit, laut, teuer und sicher nicht subtil. Zugleich bescheinigen große Testredaktionen ihm eine für diese Leistungsklasse ungewöhnliche Zugänglichkeit. Wer sich also fragt, ob der 812 nur Garage und Sammlervitrine kann, bekommt in den Tests eine klarere Antwort: Er kann auch Distanz, Stadtfahrt und Reise, solange man seine Dimensionen respektiert.[5][7][8]
Wer genau diese Mischung selbst erleben will, findet bei DRIVAR nicht nur allgemeine Ferrari-Angebote, sondern auch einen konkreten Ferrari 812 GTS in München. Das ist vor allem dann spannend, wenn der Unterschied zwischen Datenblatt und realem Fahrerlebnis selbst erfahrbar werden soll.
Kosten, Stellung und Konkurrenz
Der 812 GTS war nie ein rationales Performance-Schnäppchen, sondern bewusst ein offenes V12-Flaggschiff. Top Gear führt als Rivalen unter anderem McLaren 720S Spider, Aston Martin DBS Superleggera Volante und Bentley Continental GT Convertible an. Gerade diese Mischung zeigt, wie eigenständig der Ferrari positioniert ist: Er liegt zwischen brutalem Supersportwagen, klassischem GT und offenem Prestigeobjekt.[7]
Sein Alleinstellungsmerkmal bleibt der frei saugende Front-V12. Im Vergleich zu vielen turboaufgeladenen oder elektrifizierten Rivalen wirkt die Leistungsentfaltung weniger wie ein Schub-Effekt und mehr wie ein sauberer, linearer Aufbau. Wer auf DRIVAR nach Alternativen stöbert, findet im allgemeinen Ferrari-Erlebnis oder direkt im Ferrari-Bereich schnell den Unterschied zwischen 812, F8, Roma oder 296 – und damit zwischen sehr verschiedenen Ferrari-Charakteren.[6][7][8]
Sicherheit, Fahrdynamik und Technik-Evolution
Der 812 GTS blieb bis zuletzt ein klassischer Frontmotor-Hecktriebler mit reifer, ausentwickelter 812-Architektur. Besonders interessant wird diese Ausgangsbasis im Blick auf den 12Cilindri: Ferrari spricht dort von einem komplett neuen Aluminium-Chassis und einem gegenüber dem 812 Superfast um 20 Millimeter verkürzten Radstand. Das zeigt, dass Ferrari beim Nachfolger nicht die Idee verwarf, sondern die dynamische Grundform gezielt weiter zuspitzte.[10]
Fazit
Der Ferrari 812 ist in der GTS-Ausführung weniger ein klassisches Cabrio als ein offenes Manifest für den späten Ferrari-V12. 800 cv, 340 km/h, 8.900/min und ein Hardtop, das in 14 Sekunden verschwindet, treffen auf eine Plattform, die noch echte Gran-Turismo-Tauglichkeit besitzt. Genau deshalb bleibt die 812-Familie auch nach ihrem Auslaufen relevant: nicht nur als Sammlerobjekt, sondern als Referenz dafür, wie ein frontmotoriger Ferrari im Maximum aussehen kann.[1][2][7][9][10][11]
FAQ zum Ferrari 812
Ist mit „Ferrari 812“ der Superfast oder der GTS gemeint?
Beides gehört zur 812-Familie. Der 812 Superfast ist die 2017 gestartete Berlinetta, der 812 GTS die 2019 eingeführte offene Spider-Version mit praktisch identischer Leistungsbasis. Auf dieser Seite steht vor allem der 812 GTS im Mittelpunkt, weil auch die Bilder diese Ausprägung zeigen.[2][3]
Wie schnell ist der Ferrari 812 GTS?
Ferrari nennt für den 812 GTS 2,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und 340 km/h Höchstgeschwindigkeit. Damit bleibt der offene GTS praktisch auf dem Leistungsniveau des 812 Superfast.[1][2]
Hat der Ferrari 812 noch einen Saugmotor?
Ja. Der 812 GTS nutzt einen frei saugenden V12 mit 6.496 cm³ Hubraum, 800 cv und 718 Nm. Genau dieser Motor ist der zentrale Grund, warum die 812-Baureihe unter Enthusiasten so hoch gehandelt wird.[1][3]
Ist der 812 GTS eher GT oder Supersportwagen?
Genau zwischen diesen Polen liegt seine Stärke. Ferrari verkauft ihn als Hochleistungs-Spider, Car and Driver beschreibt ihn als „two cars in one“, und Top Gear lobt sowohl die GT-Tauglichkeit als auch die extreme Sensorik des V12. Der 812 GTS ist also kein weicher Cruiser, aber auch kein eindimensionales Tracktool.[2][6][7]
Wurde der Ferrari 812 eingestellt?
Für das Modelljahr 2024 blieb der 812 GTS noch als einzige reguläre 812-Version übrig. In Ferraris FY-2024-Ergebnispräsentation wird der 812 GTS anschließend unter den ausgelaufenen Modellen geführt.[5][9]
Was ist der Unterschied zum Ferrari 12Cilindri?
Der 12Cilindri ist der offizielle Nachfolger im frontmotorigen V12-Segment. Ferrari spricht dort von einem neuen Aluminium-Chassis, 20 Millimetern weniger Radstand gegenüber dem 812 Superfast und nochmals höherer Leistung. Der Grundcharakter bleibt frontmotoriger V12-GT, die technische Ausführung ist jedoch neu.[10]
Ist das Dach des 812 GTS ein Stoffverdeck?
Nein. Der 812 GTS nutzt ein elektrisch versenkbares Hardtop. Top Gear nannte für den Dachvorgang 14 Sekunden bei Geschwindigkeiten bis 45 km/h.[11]
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Quellen
- Ferrari: 812 GTS – offizielle Modellseite
- Ferrari: „Ferrari 812 GTS: the V12 spider returns“
- Ferrari: „The Ferrari 812 Superfast – the new extreme performance V12 berlinetta“
- Ferrari: 812 Superfast – offizielle Modellseite
- Car and Driver: 2024 Ferrari 812GTS Review, Pricing, and Specs
- Car and Driver: 2021 Ferrari 812 GTS Drive Review
- Top Gear: Ferrari 812 GTS Review
- Top Gear: Ferrari 812 GTS – Driving
- Ferrari: FY 2024 Results Presentation
- Ferrari: 12Cilindri – offizielles Datenblatt / Pressedokument
- Top Gear: „The Ferrari 812 GTS will restyle your terrible hair with 789bhp“