Stand: April 2026 PHEV-V8 1000 CV

Ferrari SF90: Zahlen, Daten, Fakten und Tests

Der Ferrari SF90 markiert einen der größten Technologiesprünge der Marke: ein 4,0-Liter-Biturbo-V8, drei Elektromotoren, Allradantrieb und bis zu 25 Kilometer elektrische Reichweite – verpackt in einen Serien-Ferrari, der Leistung nicht nur über rohe Zahlen, sondern über extrem komplexe Fahrdynamik organisiert.[1] Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf Technik, Varianten, Historie, Fahreindruck und die Frage, was den SF90 im realen Leben so besonders macht.

Antrieb

Systemleistung1000 CV[1]
Verbrenner4,0-Liter V8 Biturbo, 780 CV[1]
Elektromotoren3 Motoren, 220 kW gesamt[1]

Performance

0–100 km/h2,5 s[1]
0–200 km/h6,7 s[1]
Höchstgeschwindigkeit340 km/h[1]

Architektur

AntriebskonzeptPHEV + AWD[1]
Getriebe8-Gang F1 DCT[1]
Elektrische Reichweitebis 25 km[1]

Modellstand, Ableger und Einordnung 2026

Wichtige Entwicklung

Der SF90 war Ferraris erster Serien-PHEV und eröffnete 2019 eine neue technische Ära. Auf ihn folgten 2020 der SF90 Spider und 2023 die noch schärferen SF90-XX-Versionen; 2025 stellte Ferrari mit dem 849 Testarossa schließlich den Nachfolger für den SF90 Stradale in der Modellpalette vor.[4][5][3][6]

Jahr Was passierte?
2019 Vorstellung des SF90 Stradale als erster Serien-Ferrari mit Plug-in-Hybrid-Architektur.[4]
2020 Start der ersten Auslieferungen des SF90 Stradale; zusätzlich debütiert der SF90 Spider als offener Ableger mit gleicher 1000-CV-Systemleistung.[5][2]
2021 Das optionale Assetto-Fiorano-Paket wird als besonders trackorientierte Zuspitzung des Konzepts hervorgehoben.[7]
2023 Mit SF90 XX Stradale und SF90 XX Spider verschiebt Ferrari die Plattform Richtung limitierter Rennstrecken-Spezialversionen mit 1030 CV und neuer Aerodynamik.[3]
2025 Ferrari kommuniziert den 849 Testarossa als Plug-in-Hybrid-Berlinetta, die den SF90 Stradale in der Baureihe ersetzt.[6]

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Für Interessenten ist das wichtig: Der Name SF90 steht heute nicht nur für das ursprüngliche Coupé, sondern für eine ganze Entwicklungsstufe bei Ferrari – vom Serien-PHEV über den Spider bis hin zu den XX-Ablegern.[1][2][3]

Technik, Fahrkonzept und was den SF90 so besonders macht

Der technische Kern des SF90 ist nicht einfach „ein Ferrari mit Hybrid“. Entscheidend ist die Art, wie Ferrari Verbrenner, elektrische Vorderachse, dritten E-Motor an der Hinterachse, Allradantrieb und 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe zu einem System verbindet.[1] Der 90-Grad-V8 mit Biturbo-Aufladung liefert 780 CV, die E-Maschinen steuern zusammen 220 kW bei, sodass die Gesamtleistung bei 1000 CV liegt.[1] Das Ergebnis ist ein Auto, das auf dem Papier brutal schnell wirkt, in der Praxis aber vor allem durch seine Rechenleistung und Regelgüte fasziniert: Kraftverteilung, Rekuperation, elektrische Zugabe und Traktionsmanagement laufen permanent ineinander.

Genau das unterscheidet den SF90 von älteren Ferrari-Supersportwagen. Modelle wie 458 Speciale oder 488 Pista leben vor allem von mechanischer Direktheit und einem klaren Verbrenner-Narrativ. Der SF90 denkt anders: Er ist ein hochkomplexes Systemfahrzeug, das sehr viel Performance über Software und Elektrifizierung organisiert.[1] Ferrari selbst beschreibt ihn als ersten Serien-PHEV der Marke; Top Gear und MotorTrend betonen in ihren Fahrberichten übereinstimmend, dass genau diese Technologie nicht zu steriler Distanz führt, sondern zu einer ungewöhnlichen Mischung aus Gewalt, Präzision und Kontrollierbarkeit.[4][8][9]

Einordnung

Der SF90 ist kein „Öko-Ferrari“, sondern ein Leistungsprojekt. Die elektrische Reichweite von bis zu 25 Kilometern ist real vor allem für leises Anfahren, Stadtpassagen oder kurze emissionsfreie Abschnitte relevant; der eigentliche Sinn der Hybridtechnik liegt in Leistungsdichte, Ansprechverhalten und Fahrdynamik.[1][4]

Historie und Modellentwicklung

Als Ferrari den SF90 Stradale 2019 präsentierte, war das mehr als eine weitere Modellneuheit. Die Baureihe markierte den Moment, in dem Hybridisierung bei Ferrari vom Ausnahmeprojekt zur Serienrealität wurde.[4] Zugleich positionierte Maranello das Auto nicht unterhalb eines klassischen V12-Flaggschiffs, sondern als technologisches Schaufenster mit vierstelliger Leistung, Allradantrieb und einer Elektrifizierung, die unmittelbar der Performance dient.[1]

2020 ergänzte Ferrari das Portfolio um den SF90 Spider. Entscheidend daran ist nicht nur das offene Dach, sondern die Tatsache, dass Ferrari die volle Systemleistung von 1000 CV auch im Spider aufrechterhielt.[2] Das ist für die Einordnung wichtig, weil offene Hochleistungssportwagen oft Kompromisse bei Gewicht oder Steifigkeit verlangen. Ferrari kommunizierte beim Spider jedoch explizit denselben PHEV-Ansatz mit Fokus auf unveränderte Performance.[2]

Danach verschob sich die Geschichte der Baureihe in Richtung Extremform. Das Assetto-Fiorano-Paket schärfte den SF90 bereits für den Trackday, indem Gewicht, Aerodynamik und Abstimmung auf Rundstreckenbetrieb zugeschnitten wurden.[7] Noch weiter ging Ferrari 2023 mit dem SF90 XX Stradale und dem SF90 XX Spider: plus 30 CV, spezifische Softwarelogiken und radikalere Aero-Lösungen zeigen, wie viel Entwicklungspotenzial die Grundplattform noch hatte.[3]

Aus heutiger Sicht ist der SF90 deshalb doppelt interessant: historisch als erster Serien-PHEV von Ferrari und technisch als Ausgangspunkt für spätere High-Performance-Hybride. Ferrari selbst ordnet den 849 Testarossa inzwischen als Nachfolger des SF90 Stradale in der Range ein.[6] Das macht den SF90 nicht kleiner – eher im Gegenteil. Er bleibt das Auto, das den Übergang eröffnet hat.

Warum der SF90 im Alltag überraschend zugänglich und gleichzeitig fordernd wirkt

Elektrische Ruhe trifft extreme Gewalt

Eine der größten Besonderheiten ist der Kontrast zwischen niedriger Last und Volllast. Ferrari nennt einen reinen eDrive-Modus über die Vorderachse mit bis zu 25 Kilometern Reichweite.[1] Das bedeutet: Der SF90 kann leise aus der Tiefgarage rollen, in Wohngebieten zurückhaltend wirken und erst danach zur 1000-CV-Maschine eskalieren. Diese Spreizung kennt man aus klassischen Ferraris so nicht. Sie macht den SF90 im täglichen Gebrauch weniger kompromisslos, ohne den Kern des Autos zu verwässern.

Digitale Bedienung und Lernkurve

Im Innenraum setzt der SF90 auf ein stark digitalisiertes Interface. Top Gear beschreibt das Cockpit mit einem großen, rund 16 Zoll messenden Display und einer Steuerung, die stark über Touchflächen am Lenkrad organisiert wird.[10] Das passt zur Hightech-Positionierung, verlangt aber Gewöhnung. Wer von einem analogen Ferrari kommt, erlebt den SF90 nicht nur als Leistungs-, sondern auch als Bedienungswechsel. Der Vorteil ist die enorme Informationsdichte; der Nachteil ist, dass nicht jede Funktion so blind bedienbar ist wie in klassischeren Interieurs.[10]

Für die Nutzung rund um ein Erlebnisfahrzeug ist genau diese Mischung reizvoll: Das Auto fühlt sich bei niedrigen Geschwindigkeiten futuristisch und fast glatt an, unter Last aber hochdramatisch. Wer sich grundsätzlich für Ferrari mieten, Supersportwagen mieten oder allgemein Sportwagen mieten interessiert, bekommt mit dem SF90 deshalb eine Erfahrung, die sich klar von saugenden oder rein turbogetriebenen Vorgängern absetzt.

Daten, Fakten und belastbare Einordnung

Technische Kerndaten

Merkmal Wert
Bauart Zweisitzige Plug-in-Hybrid-Berlinetta mit Mittelmotor.[1]
Verbrennungsmotor 90°-V8-Biturbo, 3990 cm³, 780 CV.[1]
Elektro-Unterstützung Drei Elektromotoren, 220 kW Gesamtleistung.[1]
Systemleistung 1000 CV.[1]
Antrieb Allradantrieb durch Kombination aus E-Frontachse und angetriebener Hinterachse.[1]
Getriebe 8-Gang F1 Doppelkupplungsgetriebe.[1]
0–100 km/h 2,5 Sekunden.[1]
0–200 km/h 6,7 Sekunden.[1]
Höchstgeschwindigkeit 340 km/h.[1]
Elektrische Reichweite Bis zu 25 Kilometer im eDrive-Modus.[1]
Gewichts-/Leistungsverhältnis 1,57 kg/CV.[1]

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Diese Werte beziehen sich auf den SF90 Stradale laut Herstellerangaben; Spider und XX-Versionen sind technisch nah verwandt, unterscheiden sich aber in Karosserie- und Detailwerten.[1][2][3]

Was sagen unabhängige Tests?

Quelle Kernaussage
Top Gear Beschreibt den SF90 als 1000-PS-Hybrid, der überraschend zugänglich, kontrollierbar und fein dosierbar bleibt – also nicht nur brutal schnell, sondern fahrbar.[8]
MotorTrend Hebt die extreme Beschleunigung und die gleichzeitig außergewöhnliche Fahrzeugkontrolle hervor; die Redaktion bezeichnet ihn als einen der großen Performance-Würfe der Gegenwart.[9]
Car and Driver Ordnet den SF90 als Verschmelzung aus elektrifiziertem Antrieb und klassischer Ferrari-Magie ein – also Hightech ohne Verlust des emotionalen Kerns.[11]

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Tests, Fahrgefühl und Konkurrenz

1. Beschleunigung ist nur die halbe Geschichte

Bei einem Auto mit 1000 CV ist es leicht, sich nur an Zahlen festzuhalten. Interessanter ist aber, wie der SF90 diese Leistung serviert. Top Gear lobt gerade die Kontrollierbarkeit des Autos; MotorTrend spricht von einer beinahe „unmöglichen“ Fahrzeugbeherrschung trotz massiver Leistung.[8][9] Das ist der eigentliche Kern des Fahrerlebnisses: Der SF90 fühlt sich nicht wie ein stumpfes Leistungsmonster an, sondern wie ein präzise sortierter Strom aus Traktion, Schub und Rechenleistung.

2. Der SF90 ist weniger „roh“ als frühere Ferrari-Ikonen

Wer einen Ferrari vor allem wegen mechanischer Rauheit und unmittelbarer Analogik liebt, wird den SF90 anders lesen müssen. Er klingt, lenkt und bremst spektakulär, doch sein Charakter ist stärker von Technologie geprägt als etwa der eines 458 Speciale. Das ist keine Schwäche, sondern die definierende Eigenschaft. Car and Driver formuliert es sinngemäß als Verbindung von ferocem V8-Ferrari-Antrieb und Plug-in-Hybrid-Technik.[11]

3. Wo steht der SF90 gegen die Konkurrenz?

Im Wettbewerbsumfeld liegt der SF90 dort, wo sich klassische Supersportwagen und Hypercars überlappen. Gegenüber Modellen wie McLaren Artura oder Ferrari 296 GTB ist er stärker, schwerer und konzeptionell extremer; gegenüber V12-Hypercars wirkt er technologischer und alltagsnäher. Genau deshalb bleibt er als Erlebnisfahrzeug so spannend: Er verbindet die Zugänglichkeit eines modernen Performance-Autos mit einem Leistungsniveau, das noch immer außergewöhnlich ist.[1][8][9]

Für wen der Ferrari SF90 besonders interessant ist

Der SF90 passt vor allem zu Fahrern, die Ferrari nicht nur als Tradition, sondern als Technologiemarke erleben wollen. Wer einen emotionalen, aber zugleich hochmodernen Supersportwagen sucht, findet hier eine sehr eigene Mischung aus leiser elektrischer Anfahrt, brutaler Vollast, Allrad-Souveränität und digitaler Cockpitlogik.[1][10]

Spannend ist er auch für alle, die Ferrari im Vergleich erfahren wollen. Im DRIVAR-Umfeld ergibt das vor allem im Kontrast zu frontmotorigen Modellen wie Roma oder 812 und zu klassischeren Mittelmotor-Ferraris Sinn. Denn der SF90 zeigt, wie radikal sich die Marke innerhalb weniger Jahre geöffnet hat – nicht weg von Emotion, sondern hinein in eine neue Art von Performance.

Als Erlebnisauto wirkt der SF90 deshalb besonders dann stark, wenn man nicht nur „schnell fahren“, sondern Technik bewusst spüren will: elektrische Vorderachse beim Rangieren, digitalisierte Lenkradbedienung, dann wieder enorme Beschleunigung und ein Chassis, das seine Leistung erstaunlich sauber sortiert. Genau diese Bandbreite macht ihn im Ferrari-Kosmos so eigenständig.[8][9]

FAQ zum Ferrari SF90

Ist der Ferrari SF90 ein echter Hybrid oder nur ein Leistungs-Boost-System?

Der SF90 ist ein vollwertiger Plug-in-Hybrid. Ferrari nennt ihn ausdrücklich als ersten Serien-Ferrari mit PHEV-Architektur. Er kann im eDrive-Modus kurze Strecken rein elektrisch fahren und nutzt die E-Motoren zugleich zur Performance-Steigerung.[1][4]

Wie schnell ist der Ferrari SF90 wirklich?

Offiziell nennt Ferrari 2,5 Sekunden für 0–100 km/h, 6,7 Sekunden für 0–200 km/h und 340 km/h Spitze.[1] Unabhängige Tests bestätigen, dass der SF90 zu den extrem schnell beschleunigenden Straßenfahrzeugen seiner Klasse gehört.[9]

Was ist der Unterschied zwischen SF90 Stradale und SF90 Spider?

Der Stradale ist das Coupé, der Spider die offene Variante. Ferrari kommuniziert beim Spider dieselbe 1000-CV-Systemleistung und dieselbe PHEV-Grundarchitektur, ergänzt um das offene Fahrerlebnis.[2]

Wofür steht das Assetto-Fiorano-Paket?

Assetto Fiorano ist die besonders trackorientierte Zuspitzung des SF90-Konzepts. Ferrari beschreibt das Paket als Maßnahme zur Gewichtsreduktion, mehr Abtrieb und noch schärferer Dynamik auf der Rennstrecke.[7]

Gibt es einen Nachfolger des Ferrari SF90?

Ja. Ferrari stellte 2025 den 849 Testarossa vor und ordnet ihn als Modell ein, das den SF90 Stradale in der Range ersetzt.[6] Für die Einordnung bleibt der SF90 damit das Pioniermodell, der Nachfolger entwickelt die Idee weiter.

Ist der SF90 eher ein GT oder ein kompromissloser Supersportwagen?

Er ist klar ein Supersportwagen, wirkt aber im Alltag zugänglicher als viele ältere Hochleistungs-Ferraris. Das liegt an eDrive, Allrad und der hohen elektronischen Regelgüte.[1][8]

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Paul
Paul

Jahrgang 1983, Automobilenthusiast seit über 25 Jahren. Studium Wirtschaftsingenieur Logistik und Maschinenbau (Universität Magdeburg). Technik und Performance sind mein Antrieb: Ich verbinde Ingenieursdenken mit Business-Sinn.

Quellen

  1. Ferrari: SF90 Stradale – offizielle Modellseite mit Leistungs-, Antriebs- und Fahrleistungsdaten
  2. Ferrari: SF90 Spider – offizielle Modellseite
  3. Ferrari: SF90 XX Stradale – offizielle Modellseite
  4. Ferrari Magazine: SF90 Stradale, the ultimate supercar (2019)
  5. Ferrari Annual Report 2021 – Einordnung zu Marktstart, Auslieferungen und Spider-Launch
  6. Ferrari: 849 Testarossa – Unternehmensseite mit Hinweis auf den Nachfolger des SF90 Stradale
  7. Ferrari Magazine: Track Ready – Assetto Fiorano
  8. Top Gear: Ferrari SF90 Stradale Review
  9. MotorTrend: 2021 Ferrari SF90 Stradale First Drive Review
  10. Top Gear: Ferrari SF90 Stradale Interior Layout & Technology
  11. Car and Driver: Ferrari SF90 Review, Pricing, and Specs