Stand: April 2026 V10-Supersportwagen 2003–2013

Lamborghini Gallardo: Zahlen, Daten, Fakten und Tests

Der Gallardo war für Lamborghini weit mehr als ein kleinerer Bruder des Murciélago: Er brachte die Marke in höhere Stückzahlen, etablierte den V10 als Kernbaustein der Modellpalette und zeigte, wie konsequent Sant’Agata Alltagstauglichkeit, Allradtraktion und Supersportwagen-Drama miteinander verbinden kann.[1][2] Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf Technik, Varianten, Fahrgefühl, Historie und die Frage, warum der Gallardo heute als einer der prägenden Lamborghini der Moderne gilt.

Baureihe

Produktionszeit2003–2013[1]
Stückzahl14.022 Fahrzeuge[1]
Absatzmärkte45 Länder[1]

Antrieb

MotorlayoutV10-Mittelmotor[2][4]
Hubraum5,0 bis 5,2 Liter[2][4]
AntriebskonzepteAWD und RWD[3][7]

Leistungsrahmen

Früher Gallardo500 PS, 0–100 km/h in 4,0 s[2]
LP 560-4560 PS, 0–100 km/h in 3,7 s[4]
Superleggeraca. 100 kg leichter, 3,8 s[5]

Wichtige Varianten und Modellpflege im Überblick

Warum der Gallardo modellgeschichtlich so wichtig ist

Der Gallardo blieb zehn Jahre im Programm und wurde dabei nicht nur als Coupé und Spyder angeboten, sondern auch in klar profilierten Leistungsstufen wie LP 560-4, LP 550-2 und LP 570-4 Superleggera weiterentwickelt. Diese Bandbreite zeigt, wie Lamborghini das Grundkonzept systematisch schärfte – von mehr Alltagssouveränität bis zu deutlich track-orientierten Ausprägungen.[1][3][5][7]

Variante Einordnung
Gallardo 5.0 V10 Das 2003 gestartete Basismodell setzte auf 5,0 Liter V10, Allrad und rund 500 PS; bereits hier war der Gallardo als kompakterer, fahrbarer Lamborghini unterhalb des Murciélago positioniert.[2]
Gallardo Spyder Der offene Ableger übertrug das Konzept auf eine Softtop-Version und machte den Gallardo für Käufer interessant, die Klang, Präsenz und boulevardtaugliches Offenfahren stärker gewichten als absolute Steifigkeit.[6]
LP 560-4 Coupé Mit dem Facelift kam der 5,2-Liter-Direkteinspritzer, 560 PS sowie eine deutlich modernisierte Front- und Heckgestaltung; fahrdynamisch gilt diese Stufe für viele als der reifste Allround-Gallardo.[3][4]
LP 550-2 Die heckgetriebene Version zielte spürbar stärker auf Puristen: weniger Traktionsreserve, dafür direkteres Einlenken und ein aktiveres Heck – also mehr Fahrerarbeit und mehr Interaktion.[7]
LP 570-4 Superleggera / Spyder Performante Diese Ausbaustufen schoben den Gallardo in Richtung Rennstreckencharakter: mehr Leistung, Gewichtsreduktion, sichtbar schärfere Aerodynamik und eine konsequentere Performance-Positionierung.[5][8]

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Die Tabelle fasst offizielle Modelllinien und belastbar dokumentierte Kernunterschiede zusammen; Sondereditionen wurden nur dort aufgenommen, wo sie technisch oder historisch eigenständig einzuordnen sind.[3][5]

Technik, Fahrgefühl und Einordnung des Gallardo

Der Gallardo traf einen Nerv, weil er den typischen Lamborghini-Auftritt mit einer im Vergleich zu älteren V12-Modellen deutlich niedrigeren Hemmschwelle kombinierte. Gemeint ist nicht, dass er harmlos wäre – im Gegenteil. Aber die Kombination aus kompakteren Abmessungen, hohem mechanischem Grip und dem in vielen Versionen serienmäßigen Allradantrieb machte ihn berechenbarer als frühere Sant’Agata-Exoten.[2][3] Genau das war ein Schlüssel für seinen Erfolg: Der Gallardo war spektakulär genug, um als Lamborghini sofort erkannt zu werden, und gleichzeitig zugänglich genug, um häufiger gefahren zu werden als viele klassische Supersportwagen derselben Epoche.

Technisch lässt sich die Baureihe grob in zwei Phasen teilen. Frühe Fahrzeuge setzen auf den 5,0-Liter-V10, spätere LP-Modelle auf den 5,2-Liter-V10 mit Direkteinspritzung.[2][4] Mit dem LP 560-4 wurde der Gallardo nicht nur stärker, sondern auch im Gesamtpaket deutlich präziser: mehr Leistung, überarbeitete Aerodynamik, geschärftes Design und ein insgesamt moderneres Fahrgefühl.[3][4] Wer also über „den Gallardo“ spricht, sollte immer sauber trennen, ob der ursprüngliche 5,0-Liter oder der spätere 5,2-Liter gemeint ist – denn Charakter und Leistungsentfaltung sind verwandt, aber nicht identisch.

Im Marktumfeld war der Gallardo einer der zentralen Gründe dafür, dass Lamborghini dauerhaft größere Stückzahlen als noch in den 1990er-Jahren realisieren konnte. Die Marke spricht selbst von 14.022 produzierten Exemplaren in zehn Jahren und von Verkäufen in 45 Ländern.[1] Das ist für einen Supersportwagen keine Randnotiz, sondern der Beleg dafür, dass hier erstmals ein V10-Lamborghini als globale Konstante funktionierte – emotional aufgeladen, aber nicht mehr so kapriziös, dass er nur als Sammlerstück Sinn ergab.

Praxisrelevante Einordnung

Gerade in den LP-560-4-Versionen wirkt der Gallardo weniger roh als ein früher Diablo und weniger digital als viele spätere Turbomodelle anderer Hersteller. Das macht ihn heute für Enthusiasten interessant, die noch eine klar mechanisch geprägte Fahrmaschine mit Saugmotor, direkter Klangkulisse und vergleichsweise kompaktem Footprint suchen. Wer mehr Lamborghini-Kontext möchte, findet bei Lamborghini mieten, Sportwagen mieten und exklusive Fahrzeuge in München passende Anschlussseiten.

Historie: vom Erfolgsmodell zur modernen Lamborghini-Ikone

Als der Gallardo 2003 startete, war er mehr als nur ein neues Modell. Er war der Beweis, dass Lamborghini unter dem Audi-Dach eine neue industrielle Verlässlichkeit erreicht hatte, ohne seine theatralische Identität zu verlieren. Top Gear beschrieb den frühen Gallardo als 5,0-Liter-V10 mit Allrad, vier Sekunden auf 62 mph und 195 mph Spitze – also bereits in der Startphase als vollwertigen Supersportwagen und nicht als weichgespülten Einstieg.[2]

Mit dem LP 560-4 wurde die Baureihe 2008 fundamental nachgeschärft. Das offizielle Lamborghini-Material spricht von einer „Evolution of perfection“ und benennt neben der neu gezeichneten Karosserie auch das veränderte Technikpaket als Kern der Modellpflege.[3] Von dort aus verzweigte sich die Baureihe in unterschiedliche Charaktere: Spyder für offenes Fahren, Superleggera als Leichtbau-Interpretation, heckgetriebene LP-550-2-Modelle für Puristen und schließlich besonders scharf gezeichnete Finaleditionen.

Zeitleiste

2003: Marktstart des Gallardo mit 5,0-Liter-V10 und Allrad.[2]
2008: LP 560-4 mit 5,2-Liter-V10, Direkteinspritzung und umfassendem Facelift.[3][4]
2009–2010: Ausbau der Baureihe durch Spyder und heckgetriebene LP-550-2-Versionen.[6][7]
2010–2013: Performance-Spitze durch LP 570-4 Superleggera und Spyder Performante.[5][8]
2013: Produktionsende nach 14.022 Exemplaren.[1]

Warum der Gallardo bis heute nachwirkt

Er war der Lamborghini, der regelmäßig gefahren wurde

Ein Gallardo wirkt immer noch exotisch, aber sein Konzept war im Alltag weniger einschüchternd als viele ikonische Vorgänger. Das lag an der Übersichtlichkeit im Segmentmaßstab, der hohen Traktion der Allradmodelle und der insgesamt größeren Reife im Bedienkonzept. Diese Mischung machte ihn zum Auto, das nicht nur gesammelt, sondern tatsächlich genutzt wurde.[2][3]

Er definierte den V10-Lamborghini für eine ganze Ära

Der Gallardo war nicht bloß erfolgreich – er legte die Grundlage für die spätere Huracán-Linie. Lamborghini selbst verweist auf den Gallardo als zentralen Meilenstein der V10-Geschichte, und genau so sollte man ihn auch einordnen: als Modell, das die Marke kommerziell verbreiterte und technisch disziplinierter machte, ohne ihr Spektakel aufzugeben.[1]

Daten, Fakten und technische Eckpunkte

Kernwerte der Baureihe

Merkmal Wert
Bauzeit 2003 bis 2013[1]
Gesamtproduktion 14.022 Einheiten[1]
Motorfamilie V10-Saugmotor, längs hinter den Sitzen positioniert[4][6]
Hubraum-Bandbreite 5,0 Liter bis 5,2 Liter[2][4]
Leistungsbandbreite ca. 500 bis 570 PS je nach Variante[2][5]
Antriebsarten Allrad sowie in späteren Versionen Heckantrieb[3][7]
Karosserieformen Coupé und Spyder[3][6]

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Je nach Baujahr, Markt und Sondermodell weichen Details ab; die Tabelle bildet die belastbar dokumentierte Spanne der Baureihe ab.[1][5]

Wichtige technische Unterschiede nach Version

Version Besonderheit Leistungsdaten
Gallardo 5.0 Frühes Grundlayout mit 5,0-Liter-V10 und permanentem Allrad[2] 500 PS, 0–100 km/h in 4,0 s, 309 km/h Spitze[2]
LP 560-4 5,2-Liter-Direkteinspritzer, umfangreiche Modellpflege außen und innen[3][4] 560 PS, 540 Nm, 0–100 km/h in 3,7 s[4]
LP 570-4 Superleggera Etwa 100 kg Gewichtsreduzierung, stärker performance-orientiert[5] 0–100 km/h in 3,8 s[5]
LP 550-2 Heckantrieb statt Allrad, fahraktiver und puristischer ausgelegt[7] Leistung nomenklaturbedingt 550 PS[7]
Spyder Performante Offene Performance-Version mit Leichtbau- und Aerofokus[8] Hochgeschwindigkeitsfestes Softtop-Konzept[8]

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Tests, Fahreindruck und Kaufcharakter

1. Früher Gallardo: der zugängliche Schock

Der erste Gallardo traf viele Tester deshalb so stark, weil er das klassische Lamborghini-Bild nicht weichzeichnete, aber fahrbar machte. Der Wagen wirkte kompakter, transparenter und leichter auszureizen als frühere Zwölfzylinder aus Sant’Agata. Seine große Stärke lag nicht in maximaler Feinfühligkeit auf schlechter Straße, sondern im direkten Zugriff auf Tempo, Klang und Traktion.[2]

2. LP 560-4: der erwachsene Allrounder

Mit dem LP 560-4 wird der Gallardo für viele Enthusiasten erst richtig rund. Der Motor spricht kraftvoller an, der Antrieb ist spürbar moderner, und die Fahrleistungen rücken auf ein Niveau, das selbst heute noch ernst zu nehmen ist. Gleichzeitig bleibt das Auto analog genug, um nicht steril zu wirken. Diese Kombination aus Pace, Nutzbarkeit und Saugmotor-Aura ist einer der Hauptgründe für seinen guten Ruf auf dem Gebraucht- und Liebhabermarkt.[3][4]

3. Superleggera und LP 550-2: zwei Wege zur Zuspitzung

Spannend ist, dass Lamborghini den Gallardo nicht nur stärker, sondern auch charakterlich divergenter gemacht hat. Der Superleggera zuspitzt über Gewichtsreduzierung und Fokus, der LP 550-2 über den Verzicht auf Allrad. Der eine wird zur schärferen Präzisionswaffe, der andere zur puristischeren Fahrmaschine. Das zeigt, wie flexibel die Plattform war und warum der Gallardo heute so viele unterschiedliche Fanlager hat.[5][7]

Stärken, Schwächen und realistische Einordnung

Stärken

Die großen Stärken des Gallardo sind leicht zu benennen: Saugmotor-Charakter, ikonische Lamborghini-Proportionen, hohe Präsenz, gut dokumentierte Modellhistorie und eine Baureihe, die sowohl allradgetriebene Sicherheitsreserven als auch heckgetriebene Puristenversionen anbietet.[1][7] Dazu kommt, dass die Produktionszahl hoch genug ist, um ihn im Gegensatz zu manchen Exoten nicht in völlige Unsichtbarkeit abrutschen zu lassen – und niedrig genug, um ihn weiter besonders wirken zu lassen.[1]

Schwächen

Nicht jeder Gallardo ist automatisch die ideale Wahl. Frühe Fahrzeuge haben einen spürbar anderen Charakter als LP-Modelle, und zwischen allradgetriebenem Komfort-Tempo und heckgetriebener Fahrerarbeit liegen Welten. Wer das Auto nur als Statussymbol betrachtet, übersieht genau diese Unterschiede. Für Interessenten ist daher entscheidend, die eigene Nutzung zu kennen: eher Tourenauto, eher Klangmaschine, eher Trackday-orientiert oder eher offener Spyder für besondere Wochenenden.

Fazit

Der Lamborghini Gallardo ist einer der wichtigsten Supersportwagen der 2000er-Jahre. Nicht, weil er der radikalste seiner Zeit war, sondern weil er Exotik, Markenidentität und Nutzbarkeit in eine ungewöhnlich belastbare Balance gebracht hat. Wer einen modernen Lamborghini verstehen will, landet fast zwangsläufig beim Gallardo – denn hier beginnt die Gegenwart der V10-Linie.[1][3]

FAQ zum Lamborghini Gallardo

Wann wurde der Lamborghini Gallardo gebaut?

Der Gallardo lief von 2003 bis 2013 vom Band. Lamborghini nennt für diesen Zeitraum insgesamt 14.022 produzierte Fahrzeuge.[1]

Wie viel Leistung hat ein Lamborghini Gallardo?

Das hängt stark von der Version ab. Der frühe Gallardo startete mit rund 500 PS aus 5,0 Litern Hubraum, der LP 560-4 brachte 560 PS aus 5,2 Litern, und späte Performance-Ableger wie der LP 570-4 gingen darüber hinaus.[2][4][5]

Gab es den Gallardo nur mit Allrad?

Nein. Viele Gallardo sind allradgetrieben, aber Lamborghini bot später auch heckgetriebene LP-550-2-Modelle an. Diese richten sich besonders an Fahrer, die ein agileres und puristischeres Fahrverhalten suchen.[7]

Was ist der Unterschied zwischen Gallardo und LP 560-4?

Der LP 560-4 ist die umfassend modernisierte Evolutionsstufe des Gallardo. Er nutzt einen 5,2-Liter-V10 mit Direkteinspritzung, leistet 560 PS und wurde optisch wie fahrdynamisch deutlich überarbeitet.[3][4]

Warum gilt der Gallardo als so wichtig für Lamborghini?

Weil er als V10-Baureihe in zehn Jahren 14.022 Einheiten erreichte und damit zu einem der wichtigsten Wachstumstreiber der Marke wurde. Er legte die Grundlage für die moderne, international deutlich breiter aufgestellte Lamborghini-Ära.[1]

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Paul
Paul

Jahrgang 1983, Automobilenthusiast seit über 25 Jahren. Studium Wirtschaftsingenieur Logistik und Maschinenbau (Universität Magdeburg). Technik und Performance sind mein Antrieb: Ich verbinde Ingenieursdenken mit Business-Sinn.

Quellen

  1. Automobili Lamborghini – Celebrating The Lamborghini Gallardo
  2. Top Gear – Lambo Gallardo, this is your life
  3. Automobili Lamborghini – Gallardo LP 560-4 Coupé
  4. Car and Driver – 2009 Lamborghini Gallardo LP560-4: Review and Specifications
  5. Automobili Lamborghini – Gallardo LP 570-4 Superleggera
  6. Automobili Lamborghini – Gallardo LP 560-4 Spyder
  7. Automobili Lamborghini – Gallardo LP 550-2 Spyder
  8. Automobili Lamborghini – Gallardo LP 570-4 Spyder Performante